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Image by Shelby Deeter

Wieso eine

ELTERN-KIND-KUR?

In der Schweiz gibt es kaum – oder schlicht nicht genügend – Orte, an denen Hauptbezugspersonen (heute meist Mütter) gemeinsam mit ihren Kindern in psychischen Belastungssituationen Heilung, Begleitung und Entlastung erfahren können. Es fehlen Angebote für Menschen im Burn-out oder in Überlastungsphasen, die gleichzeitig Kinder betreuen – insbesondere dann, wenn mehrere oder ältere Kinder und Jugendliche mitbetroffen sind und mitreisen sollten.

Diese Realität betrifft uns alle – sie ist kein individuelles Problem, sondern ein Spiegel unserer Gesellschaft. Wenn Eltern zu viel tragen müssen, hinterlässt das Spuren – in ihren Kindern, in uns, in der Welt, die wir gemeinsam gestalten.
Aus überlasteten Kindheiten entstehen Erwachsene, die schneller ausbrennen, häufiger erkranken und weniger in Verbindung leben können. Das wirkt weit über einzelne Familien hinaus – in unsere Arbeitswelt, in unsere Gesundheitskosten, in das soziale Klima unseres Zusammenlebens.

Darum ist die Unterstützung von Elternschaft für uns keine Nettigkeit und keine Kostenfrage. Sie ist eine Investition in Heilung, Menschlichkeit und Stabilität – und letztlich eine der nachhaltigsten Formen gesellschaftlicher Vorsorge.

Aktuelles Angebot in der Schweiz

Fast alle Hauptbezugspersonen erleben im Laufe ihrer Elternschaft Phasen von Erschöpfung, Überforderung oder innerer Leere. Das sogenannte Eltern-Burnout ist zwar kein offizieller medizinischer Begriff – aber eine alltägliche Realität für die grosse Mehrheit aller Eltern.

Im Gegensatz zu Angestellten oder Führungskräften, die bei einem Burnout in eine Klinik gehen können, gibt es für Eltern – und ihre Kinder – kaum ein entsprechendes Angebot:


In der Schweiz gibt es laut unserem Wissensstand zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschnittes nur sehr wenige psychiatrische Kliniken, die Plätze für Mütter mit postpartaler Depression anbieten. Meist ist die Aufnahme auf ein Kind beschränkt, und dieses darf in der Regel nicht älter als 12, 18 oder 24 Monate sein. Daneben existiert eine kleine Handvoll Kliniken mit je ein bis zwei Plätzen für Eltern mit älteren und/oder mehreren Kindern.

Für besonders herausfordernde Situationen – etwa bei Gewalt, Sucht oder laufender KESB-Beteiligung – bestehen spezialisierte Einrichtungen. Diese nehmen teilweise auch Mütter/Eltern auf, die "lediglich" im sogenannten Eltern-Burnout sind, also ohne akute Kindesgefährdung oder soziale Auffälligkeit. In der Praxis jedoch ist der Zugang schwierig: Die Finanzierung erfolgt über die öffentliche Hand, wenn eine entsprechende Indikation vorliegt – in vielen Fällen wird diese jedoch erst dann gestellt, wenn die Belastung bereits deutlich sichtbar ist.

Und schliesslich gibt es eine private Einrichtung mit vier Plätzen, die seit Jahren herausragende Arbeit leistet. Die Plätze sind für Mütter in einem tiefen Erschöpfungszustand oder Eltern-Burnout befinden, ohne dass ihr Familiensystem bereits sozial auffällig geworden ist und sie nehmen auch mehrere und ältere Kinder auf. 

Der Bedarf in der Schweiz

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Abschnittes sind uns somit vielleicht zehn zugängliche und finanzierbare Plätze bekannt für Eltern in schweren Erschöpfungszuständen – im sogenannten Eltern-Burnout und ohne postpartale Depression.

Dieses minimale Angebot steht in krassem Kontrast zum tatsächlichen Bedarf. Denn Erschöpfung ist kein Randphänomen – sie ist Teil moderner Elternschaft. Überlastung beginnt nicht erst dort, wo Behörden eingreifen müssen,
und Depressionen betreffen nicht nur die Zeit nach der Geburt, sondern ebenso, oder vielleicht sogar erst recht, Eltern mit Schulkindern – besonders dann, wenn mehrere Kinder da sind.

Die geringe Anzahl an Plätzen steht im Widerspruch dazu, dass die grosse Mehrheit der Hauptbezugsperson Phasen – manchmal ganze Jahre – kennt, in denen die eigenen Kräfte nicht mehr reichen. Nicht, weil sie versagt hätte,
sondern weil unsere Gesellschaft kaum Räume bietet, in denen Eltern wirklich getragen, verstanden und gestärkt werden.

Es geht also nicht um Einzelschicksale, sondern um uns alle – um Menschen wie du und ich:
Eltern, die lieben, sich bemühen und einfach zu viel tragen.

Unsere Vision

Mit unserer Mutter-Kind-Kur schaffen wir, was in der Schweiz bislang fehlt: einen Ort, an dem Mütter gemeinsam mit ihren Kindern in Zeiten von Erschöpfung und Überlastung zur Ruhe kommen, Heilung erfahren und getragen werden.

 

Wir beginnen mit Müttern – aus gesellschaftlicher Realität und aufgrund begrenzter Ressourcen in der Aufbauphase. Doch langfristig soll daraus eine Eltern-Kind-Kur entstehen, die alle Familienformen einschliesst – unabhängig von Geschlecht, Rollenverteilung oder Lebensmodell..

So wie ein(e) ManagerIn oder jede angestellte Person bei einem Burnout stationäre Unterstützung erhalten kann, sollten auch Mütter, Väter und andere Hauptbezugspersonen Hilfe bekommen dürfen – gemeinsam mit ihren Kindern. Denn die Kinder sind immer mitbetroffen. Und sie brauchen Nähe – nicht Trennung.

Der Nutzen einer Mutter/Elten-
Kind-Kur für die Gesellschaft

Wir glauben, dass der langfristige gesellschaftliche Nutzen der Entlastung von Hauptbezugspersonen – heute in der gesellschaftlichen Realität meist Mütter – deutlich wird, wenn man zwei zentrale Faktoren betrachtet:
 

  1. Unsere Kindheitserfahrungen prägen unser Verhalten als Erwachsene:
    Die Art, wie wir heute fühlen, handeln und Beziehungen gestalten, ist tief in unseren frühen Erfahrungen verwurzelt. Wenn diese Erfahrungen von Überforderung, Einsamkeit oder Stress geprägt waren und nie wirklich heilen durften, wiederholen sich diese Muster oft unbewusst – in unseren Partnerschaften, am Arbeitsplatz, im Sozialverhalten und in der Art, wie wir mit unseren eigenen Kindern umgehen.
     

  2. Belastung mindert Empathie und Fürsorglichkeit:
    Wer selbst im Überlebensmodus ist, kann kaum feinfühlig, geduldig und liebevoll handeln – auch wenn er es möchte. Erst Entlastung, Halt und Sicherheit schaffen wieder Zugang zu Mitgefühl, Freude und echter Beziehungsfähigkeit.

Die Entlastung einer Mutter (bzw. Hauptbezugsperson) ist damit weit mehr als eine Hilfe für eine einzelne Familie – sie ist eine Investition in das emotionale und gesellschaftliche Fundament unserer Zukunft.

Kinder, die in liebevollen, stabilen und getragenen Umfeldern aufwachsen, entwickeln sich gesünder, empathischer und verantwortungsbewusster. Sie werden zu Erwachsenen, die Gemeinschaft tragen statt sie zu belasten – Menschen, die in Verbindung leben, ihre Arbeit mit Herz tun und Verantwortung übernehmen können.

Gesunde Kindheiten sind daher die wirksamste Form von Prävention: Sie senken langfristig soziale und gesundheitliche Folgekosten und schaffen die Grundlage für eine stabile, menschliche und zukunftsfähige Gesellschaft.

Nach unserer Erfahrung sind weit über die Hälfte aller Eltern heute dauerhaft gestresst, überfordert oder innerlich erschöpft.
Wenn das zutrifft – und vieles spricht dafür – dann ist Elternentlastung keine Privatsache, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Sie ist eine Investition in Menschlichkeit –
und zugleich eine der wirtschaftlich sinnvollsten Massnahmen, die wir treffen können: Weil jedes Kind, das in Sicherheit, Liebe und Vertrauen aufwächst, später weniger Unterstützung braucht – und mehr beitragen kann. Und das zahlt sich nicht nur mit Menschlichkeit aus sondern auch finanziell.

Was ist denn eine Mutter-Kind-Kur?
Und wie sieht unsere aus?

Das Konzept der Mutter-Kind-Kuren kennt man beispielsweise aus Deutschland. Dort können Mütter gemeinsam mit ihren Kindern in einer geschützten Umgebung neue Kraft schöpfen, Heilung erfahren und Unterstützung erhalten – sei es nach einer Krankheit, bei psychischer Belastung oder in familiär herausfordernden Situationen.
Diese Aufenthalte dauern meist nur wenige Wochen und dienen eher der Impulssetzung – weniger der tiefgreifenden, nachhaltigen Transformation. In Deutschland sind diese Kuren von den Krankenkassen anerkannt.

Wir möchten in der Schweiz etwas Ähnliches schaffen. Einrichtungen, in der alle Mütter (und sobald bei uns Kapazität besteht alle Eltern) willkommen sind: nicht nur jene mit einem Säugling, nicht nur jene mit einem Kind, nicht nur jene, bei denen das System bereits Alarm schlägt.
Sondern alle Familien – du und ich, wir alle.

Denn wir sind überzeugt: Solche Einrichtungen sind eine wirksame gesellschaftliche Investition.
Wie oben beschrieben, senkt die Entlastung von Eltern langfristig Gesundheitskosten, Sozialausgaben und Folgekosten – und stärkt zugleich das Fundament unserer Gesellschaft: stabile, gesunde, empathische Beziehungen.

Unser Ziel ist ein Ort für Heilung, Entlastung und Beziehung, an dem Hauptbezugspersonen gemeinsam mit ihren Kindern zur Ruhe kommen, Halt erfahren und wirklich genährt werden können. Ein Ort, an dem Heilung nicht nur angestossen, sondern auch nachhaltig vollzogen werden darf.

Wir wollen uns dabei auf das besinnen, dass der Mensch ist eine kollektiv aufziehende Spezies ist: Wir brauchen Gemeinschaft und Allo-Eltern. Das  heisst weitere eltern-ähnliche Erwachsene, die mittragen. 

Mütter (und ebenso Väter) brauchen Freude, Entspannung, Berührung, Körperkontakt, gemeinsames Lachen und Singen. Kinder brauchen Zeit, Vertrauen, Liebe, Sicherheit und Natur. Und das gesamte Eltern-Kind-System braucht Rückverbindung, Präsenz und positive Beziehungserfahrungen.

Das bieten wir in einem sicheren Hafen. Man könnte uns beschreiben als eine Einrichtung, die die Effekte einer psychiatrischen Klinik mit dem entsprechenden medizinischen, psychologischen und entwicklungspsychologischen Fachpersonal bietet, jedoch in einem familien- und kindgerechten Setting mit viel Möglichkeit für Beziehungsarbeit.

Wie das konkret aussieht, findest du hier.
 

Glas Münzen

Unterstützen

Bist du auch so geflasht ab der Idee, dass wir auch bald in der Schweiz eine Mutter-Kind-Kur oder gar eine Eltern-Kind.Kur haben werden?
 

Ja? Wir sind ein kleines Team vom Menschen mit Herzblut. Und es gibt einige Wege, wie du uns unterstützen kannst. 

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